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13.1.2009
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13.1.2009
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© Bild Elisabeth Sevilla-Steiner
Artikel aktualisiert 14.1.2009
Während den Eisbären immer wärmer zumute wird, lässt die meisten Österreicher das Thema Klimaschutz kalt.

Klimaschutz
Kehren wir vor der eigenen Tür

Während den Eisbären immer wärmer zumute wird, lässt die meisten Österreicher das Thema Klimaschutz kalt. Finanzielle Anreize könnten das ändern. Das zeigt eine Studie des Klimafonds.

von Gerhild Salcher

Stoßlüften statt Fensterkippen, Wäsche an der Luft statt im Trockner trocknen, im Winter keine Erdbeeren kaufen, mit dem Rad zur 10 Minuten entfernten Arbeit fahren: In punkto Klimaschutz lässt es sich gut vor der eigenen Haustüre kehren. Denn wenn er die eigene Bequemlichkeit oder - noch schlimmer - das Geldbörserl anknapst, ist er den Österreichern eher kein Bedürfnis.

Keine Gefühle für's Klima

Über das Thema wissen zwar die meisten Bescheid. Emotional betroffen sind aber die wenigsten. Das hat eine aktuelle Studie der Karmasin Motivforschung für den Klima- und Energiefonds ergeben. Da kommen dann Argumente wie: "Der Anstieg des Meeresspiegels betrifft mich nicht", "2 Grad mehr - na und?" oder "Das ist Panikmache". Und überhaupt seien ja die USA und China die Hauptverursacher.

Sperrige Begriffe, wenig Bezug

Der - scheinbar - fehlende Bezug zum eigenen Leben ist eine Ursache. Ein weiterer Grund, warum den Österreichern der Klimawandel eher wurscht ist, könnte in den abstrakten Begriffen liegen: "Weil man mit CO2, mit Treibhausgas relativ wenig anfangen kann", erklärt Eveline Steinberger, Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds.

Der Energiefonds will nun das Bewusstsein für den Klimaschutz mit emotionaleren Botschaften stärken. Wenn es sein muss, auch mit Angstmache. "Da gibt es zum Beispiel diesen Werbespot darüber, was passiert, wenn Kinder im Auto nicht angeschnallt sind. Wenn man für das Klimathema die negativen Konsequenzen darstellt, ist das eine Möglichkeit, den einzelnen emotional abzuholen. Es könnte funktionieren", glaubt Steinberger.

Hinter Kyoto-Zielen zurück

Das sollte es auch. Auch wenn laut der neuesten Klimabilanz die Treibhausgas-Emissionen von 2006 auf 2007 um 3,9 Prozent zurückgegangen sind. Einbilden braucht sich Österreich darauf noch lange nichts, betonen Umweltschutzorganisationen. Sie führen den Rückgang vor allem auf den warmen Winter des betreffenden Jahres zurück. Laut Global 2000 liegt Österreich immer noch 19,2 Millionen Tonnen über der Kyoto-Verpflichtung.

Wie die Stadt Wien in punkto Klimaschutz im Bundesländervergleich dasteht, ist nicht so leicht festzumachen. Was die Klimabilanz betrifft, verfügt das Umweltbundesamt über keine separaten Zahlen für die Hauptstadt. Seit 1999 läuft hier jedenfalls das Klimaschutzprogramm "KliP Wien". Was die darin bis 2010 festgeschriebenen Ziele betrifft, sei Wien gut unterwegs, betont Michael Sattler von der Klimaschutzkoordinationsstelle der Stadt Wien. Die vorgesehen Einsparungen von 2,6 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr habe man bereits übererfüllt. Jedes Jahr evaluiere die Energieagentur die Fortschritte. Derzeit werde "KliP2" vorbereitet.

Sorgenkind Verkehr

Sorgenkinder gibt es dennoch. "Es gibt Bereiche, wo die Emissionen trotz allem sehr stark steigen", so Sattler. Wie auch in Gesamtösterreich ist das in Wien der Verkehr. Das sieht auch Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof so. "Es wird sehr viel Geld in den Bau von Straßen gesteckt, in der Stadt wird immer mehr Auto gefahren". Westerhof plädiert für eine Citymaut und den Ausbau des Öffentlichen Verkehrs.

Am ehesten dürften die Österreicher jedenfalls über die Geldbörse zu Klimaschützern zu machen sein. Spätestens mit der Wirtschaftskrise zieht das Thema Klimawandel nämlich gegenüber Ängsten in Bezug auf Arbeitsplatz und Finanzen deutlich den Kürzeren. Das hat eine Umfrage der Allianz Versicherung bestätigt. Deshalb sind sich die Experten einig: Langfristige Kostenvorteile und Förderungen werden am besten greifen.
 
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Postings zu diesem Artikel

Carlos45, am 28.01.2009 um 14:55
Kerhen wir vor der eigenen Tür............
.....am besten aber gleich bei den Politikern beginnen........zu kehren..... Verzicht auf Auto, Dienstwagen etc....... wie wärs damit? Wenn die mal mit gutem Beispiel vorangingen??
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